
Der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug (Mitte) mit Bundestagsabgeordneter Petra Ernstberger (links daneben) und Kommunalpolitikern am Marktredwitzer Bahnhof.
Marktredwitz - Von insgesamt sechs Nord-Süd-Handels-Korridoren in Europa seien drei in Deutschland geplant - einer davon könnte von Hamburg über Berlin, Leipzig und den Marktredwitzer Bahnhof an die Adriahäfen verlaufen. Das sagte der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug aus Amberg bei einem Treffen am Marktredwitzer Bahnhof. Das Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Touristik hatten die SPD-Ortsvereine der Brückenallianz Bayern-Böhmen eingeladen.
Stefan Klaubert, dritter Bürgermeister der Stadt Arzberg, hieß dazu am Marktredwitzer Bahnhof unter den Kommunalpolitikern aus dem ganzen Landkreis Wunsiedel auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger, die Bürgermeister Klaus Haussel, Marktredwitz, und Stefan Göcking, Arzberg, sowie stellvertretenden Landrat Horst Weidner willkommen.
Klaubert verwies auf die Resolution des Wunsiedler Kreistags am 23. April, in dem die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale, der Strecke Nürnberg-Marktredwitz-Prag und der Nord-Süd-Verbindung nach Regensburg gefordert wird. Klaubert und Ernstberger baten den Abgeordneten um Unterstützung für den Knotenpunkt Marktredwitz.
Der aufgelassene Containerbahnhof hätte Bedeutung für die ganze Region, sagte Ernstberger und verwies auf Verträge mit der Tschechischen Republik zur Elektrifizierung der Bahnstrecke über Marktredwitz und Eger bis Prag. Die Züge mit Neigetechnik seien kein wirklicher Ersatz dafür, weil es damit laufend Probleme gebe. Eine Rückentwicklung gebe es auch auf der Bahnstrecke von Marktredwitz nach Berlin. Mit je einer Stunde Aufenthalt in Hof und Reichenbach betrage die Reisezeit hier inzwischen sechs Stunden. Damit sei die Bahn inzwischen nicht mehr konkurrenzfähig.
Stellvertretender Landrat Horst Weidner sprach die Befürchtung aus, dass eine in Oberbayern favorisierte West-Ost-Verbindung über Waidhaus zu Lasten des Bahnhofs Marktredwitz gehe. Bürgermeister Haussel unterstrich die Bedeutung des Bahnhofs für die ganze Region und verwies auf die zahlreichen Eingaben der Stadt an die Bahn und die Politik, die Bedeutung des Knotenpunkts zu erhalten.
Ismail Ertug erwiderte, die EU setze zwar die Rahmenrichtlinien. Die genaue Trasse aber lege das jeweilige Land fest. Wobei für Marktredwitz aber die vorhandene Trasse spreche. Herbe Kritik übte er an dem Bundesverkehrsminister Ramsauer. Der habe zwar die Bahn in seinem Wahlprogramm aufgenommen. Im richtigen Leben aber merke man nichts davon. Ertug unterstrich: "Gute Verkehrsanbindungen sind das Rückgrat der Wirtschaft."
Trotz aller technischer Fortschritte habe sich die Verbindung auf der Schiene zwischen Marktredwitz und Berlin nicht verbessert, sagte der frühere Landtagsabgeordnete Albrecht Schläger. Heute fahre man mit dem Zug eine Stunde länger als im Jahr 1939.
Quelle: Frankenpost

Murtaza Karakus
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